Warum Wespen im Spätsommer so aggressiv wirken
Viele Menschen stellen fest: Während Wespen im Mai und Juni kaum auffallen, sind sie ab August und September plötzlich überall – und wirken nervös, ja fast aggressiv. Dieses Verhalten hat biologische Gründe, die mit dem Zerfall des Wespenstaates und dem veränderten Nahrungsbedarf zusammenhängen.
- Ende der Brutzeit: Die Larven benötigen im Hochsommer große Mengen Eiweiß. Arbeiterinnen jagen daher Fliegen, Mücken und Raupen. Sobald die Brut weniger wird, verschiebt sich die Nahrungssuche hin zu Zuckerquellen.
- Veränderter Stoffwechsel: Zucker liefert schnelle Energie für die Arbeiterinnen, die zunehmend orientierungslos werden, wenn sie keinen Zugang dazu finden.
- Nestauflösung: Mit dem Absterben des Staates verlieren die Wespen ihre „Aufgaben“. Sie irren umher, wirken hektisch und verteidigen verbliebene Nahrungsquellen aggressiver.
- Revierverteidigung: Besonders die Deutsche und die Gemeine Wespe zeigen ein starkes Territorialverhalten. Wer einem Nest zu nahekommt, wird sofort attackiert.
Die vermeintliche Aggressivität ist also in Wirklichkeit ein Überlebenskampf – für uns Menschen aber oft gefährlich, da sich Begegnungen im Spätsommer kaum vermeiden lassen. Hier helfen nur wirksame Barrieren wie Fliegengitter auf Maß, die das Eindringen der Tiere ins Haus zuverlässig verhindern.
Wann Wespen aktiv sind – Tages- und Jahreszeiten im Überblick
Wespen folgen einem klaren Aktivitätsrhythmus, der sowohl tageszeitlich als auch jahreszeitlich erkennbar ist. Dieses Wissen hilft, Begegnungen zu vermeiden oder besser einzuschätzen.
Tageszeitliche Aktivität
- Morgens: Ab Sonnenaufgang beginnen die Arbeiterinnen mit der Nahrungssuche. In den frühen Morgenstunden sind sie noch relativ träge, da die Temperaturen niedrig sind.
- Mittags: Bei steigender Temperatur erreicht die Aktivität ihren Höhepunkt. Jetzt fliegen besonders viele Tiere aus, um Nahrung und Wasser zu sammeln.
- Nachmittags & Abends: Auch am späten Nachmittag bleibt die Aktivität hoch. Erst mit der Abenddämmerung kehren die Wespen ins Nest zurück.
Jahreszeitliche Aktivität
- April – Mai: Die Jungkönigin erwacht und gründet ein Nest.
- Juni – Juli: Das Volk wächst stark an, Arbeiterinnen sind auf Eiweißsuche.
- August – September: Höhepunkt der Koloniegröße. Zucker wird zur Hauptnahrung, Wespen suchen verstärkt Menschennähe.
- Oktober – November: Zerfall des Staates. Nur die Jungköniginnen überleben den Winter.
Besonders gefährlich sind also die Monate August und September. In dieser Zeit sind Fliegengitter unverzichtbar, um dein Zuhause von den Insekten freizuhalten.
Das Verhalten von Wespen – zwischen Nützling und Plagegeist
Wespen sind hochorganisierte soziale Insekten. Ihre Verhaltensweisen sind komplex und dienen dem Überleben des gesamten Staates. Trotzdem geraten sie immer wieder in Konflikt mit uns Menschen.
Sozialstruktur im Nest
Ein Wespenstaat ist klar gegliedert: An der Spitze steht die Königin, die für die Eiablage verantwortlich ist. Die Arbeiterinnen kümmern sich um Nahrung, Nestbau und Verteidigung. Drohnen treten erst im Spätsommer auf und dienen ausschließlich der Fortpflanzung.
Orientierung und Kommunikation
Wespen orientieren sich mithilfe ihrer Facettenaugen, Geruchssensoren und einem ausgeprägten Gedächtnis für Landmarken. Sie setzen Duftstoffe ein, um Nahrungsquellen zu markieren oder Artgenossen bei Gefahr zu alarmieren.
Warum sie Menschen anfliegen
- Lebensmittelgerüche wie Zucker, Fleisch oder Grillfleisch wirken wie ein Magnet.
- Bunte Kleidung und Parfums werden mit Blüten verwechselt.
- Getränke in Flaschen oder Dosen sind ideal für schnellen Zugang zu Zucker.
Das erklärt, warum Wespen gerade beim Essen und Trinken draußen zur Plage werden.
Was Wespen fressen – von Eiweiß bis Zucker
Die Ernährung der Wespen ist vielseitig und abhängig vom Entwicklungsstadium des Staates.
Eiweiß für die Brut
Arbeiterinnen jagen Insekten, Spinnen oder Raupen, um die Larven mit Eiweiß zu versorgen. Dadurch leisten Wespen einen wertvollen Beitrag zur Schädlingsbekämpfung.
Zucker für die Energie
Ab dem Spätsommer benötigen die Arbeiterinnen selbst schnelle Energiequellen. Sie suchen gezielt nach Zucker – sei es in Form von Obst, Limonade, Kuchen oder Eis.
Natürliche Nahrungsquellen
Nektar, Honigtau von Blattläusen oder faulendes Obst sind ebenfalls wichtige Zuckerquellen. Besonders in Obstgärten kann es daher zu einer hohen Wespenkonzentration kommen.
Wespenstiche – Wirkung und Gefahren
Ein Stich ist nicht nur schmerzhaft, sondern kann auch gesundheitlich riskant sein. Das Gift besteht aus einem Cocktail aus Enzymen, Peptiden und biogenen Aminen.
Typische Reaktionen
- Lokale Reaktion: Schmerz, Rötung, Schwellung und Juckreiz.
- Stärkere Reaktion: Bei empfindlichen Personen kommt es zu großflächigen Schwellungen, die Tage anhalten können.
- Systemische Reaktion: Kopfschmerzen, Übelkeit oder Schwindel bei mehreren Stichen.
- Anaphylaxie: Bei Allergikern droht eine lebensbedrohliche Überreaktion des Immunsystems.
Gefährliche Stichstellen
Besonders gefährlich sind Stiche im Mund- und Halsbereich, da sie die Atemwege zuschwellen lassen können. Kinder und Haustiere sind hier besonders gefährdet.
Wer Allergiker ist, sollte stets ein Notfallset mit Adrenalin-Autoinjektor, Antihistaminikum und Kortison dabei haben. Für alle anderen gilt: Kühlen lindert die Symptome am besten.
Doch der wirksamste Schutz besteht darin, Stiche gar nicht erst zu riskieren – durch Fliegengitter auf Maß, die verhindern, dass Wespen in die Wohnung gelangen.